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Rückschau….

Völliger Wahnsinn!

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Fünf Monate nix geschrieben. Als wäre nix passiert. Dabei ist es genau andersherum. Aber so ist es ja meistens. Denn dann bleibt keine Zeit zum bloggen wenn von morgens bis abends die Räder durchdrehen und man sich festhalten muss um nicht wegzufliegen.

Sportlich und ernährungstechnisch bin ich durch viele Höhen und Tiefen gegangen.

Meine Hauptproblematik beim Essen:

Ich nahm stetig zu. Trotz Sport. Über den Winter erlag ich fiesesten Schokoorgien (was um und für diese Jahreszeit eigentlich nix neues ist aber diesen Winter blieb alles auf Hüften und Oberschenkeln hängen) und hab meine Ernährung einfach nicht mehr in den Griff bekommen. Ich war frustriert und erschöpft und habe sogar eine unvegane Phase eingebaut um zu gucken ob damit wenigstens theoretisch etwas besser werden würde. Unabhängig davon war mir klar dass ich alleine aus moralischen und ethischen Gründen vegan leben MUSS. Es ging nicht darum eine Entscheidung zu treffen…eher zu schauen ob ich was verbessern kann…ob die Ernährung mehr WUMMS braucht um mich über die Schlaglöcher zu tragen.

Das Experiment ging mies aus. Ich hatte üblen Körpergeruch, die Zunge war stetig weiss belegt und sah aus wie eine frisch beschneite Skipiste am morgen. Ich fühlte mich unwohl und lethargisch.

Mitlerweile tracke ich meine Kalorien. Bei wenig bis moderatem Sport gestattet mir mein gealterter Stoffwechsel ein Tagessoll von insgesamt 1500 kcal. Das ist extrem wenig. Damit über die Runden zu kommen, satt zu werden und alle essentiellen Nährstoffe aufzunehmen ist fast unmöglich. Mir ist bewusst dass ich , wenn ich von meinem Sojalattekaffeelaster runterkäme eine komplette Mahlzeit mehr am Tag hätte aber der Verzicht ist derzeit einfach nicht drin. Der fluffige Milchschaum mit Zimthaube und zu meinem Leidwesen nach wie vor Schokolade  sind meine Seelenstreichler.

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Realistisch pendle ich täglich zwischen 1500 und 2000 kcal. Mein Ziel ist es noch ca 2 kg abzunehmen und ich schätze ich werde noch gut 3 Monate dafür brauchen. Innerhalb der veganen Ernährung habe ich alles mögliche zwischen superhighcarb und lowfat und umgekehrt probiert. Einige Wochen habe ich mich mit Leangains rumgequält aber ich halte einfach nicht durch. Sicher kann man sich daran gewöhnen und irgendwann ist es ganz normal aber ich falle immer wieder zurück weil ich einfach morgens mit einem riesen Appetit aufwache. Am besten geht es mir zur Zeit mit einer Makroverteilung von 50 (Fett) 30 (KH) 20 (P)verteilt auf fünf Mahlzeit(chen). Ob das so bleibt kann ich nicht sagen aber erstmal belasse ich es dabei.Wenn ich zum Sommer hin mehr Enthusiasmus entwickel werde ich es nochmal mit IF probieren.  Zur ausreichenden Proteinversorgung konsumiere ich ca zwei Eiweißshakes pro Tag. Mein Ziel wäre alles was  hochverarbeitet ist wegzulassen aber ich habe bei den wenigen kcal noch keine Möglichkeit gefunden mit der reinen Ernährung alles abzudecken.

Zusätzlich experimentiere ich mit Anitoxidantien und Aminosäure…dazu ein andermal mehr.

Sportlich gesehen läuft es eher mittelprächtig bis naja gehtso…

Mitlerweile ist exakt ein Jahr vergangen da ich mich im Gym angemeldet habe. Zwischen den Jahren war ich ca 3 1/2 Monate gar nicht da und habe stattdessen „Fit ohne Geräte die Challenge“ zuhause gemacht.Ich habe mir einen neuen Hund (zukünftigen Laufpartner:)) zugelegt. Sie kommt aus Rumänien und hat schon einiges erlebt von dem ich nix weiss. Unser Kennenlernen war ziemlich zeitintensiv so dass ich es gerade noch geschafft habe abends meine Gymnastikmatte auszurollen um FOG zu machen.

Ich war viel verletzt. Shinsplints…tibialis posterior..LWS Probleme …Schulterprobleme…ich könnte die Liste endlos fortsetzen. Laufen ging zeitweise gar nicht mehr und Crossfit habe ich auch vorübergehend an den Nagel gehängt. Ich verletze mich einfach zu häufig. Seit einigen Wochen mache ich stures Krafttraining mit Glück schaffe ich es dreimal pro Woche. Mein Plan beinhaltet Kniebeugen , Kreuzheben, Klimmzüge, Dips, Press, Benchpress und ein bisschen Bauch. Dazu bin ich bald Mobilitykönigin:) Ich habe mir das neue Buch von Kelly Starrett „Ready to run“ gekauft und bin sehr glücklich damit. Es ist nicht so ausladend wie sein Standardwerk „Werde geschmeidig wie ein Leopard“ und überfordert mich nicht in der Umsetzung. Ich habe mir ein paar Sachen rausgepickt die ich nun regelmäßig mache damit ich insgesamt beweglicher und verletzungsunanfälliger werden.

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Krafttechnisch habe ich innerhalb des einen Jahres keinerlei Fortschritte gemacht und das möchte ich ändern. Insgesamt merke ich zwar schon dass ich stabiler geworden bin und mehr Muskeln und weniger KFA habe … der Handstand geht leichter ….

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….und ich schaffe auch endlich Klimmzüge (daran hatte ich ja schon gar nicht mehr geglaubt). Aber die Kniebeugen mache ich immer noch mit 65 kg (und noch viel zu schlechter Technik wie ich festgestellt habe) Kreuzheben mit 70kg. Bei den Armen bin ich kräftiger geworden aber der insgesamte Fortschritt ist schon mau. Das Problem ist auch meine mangelnde Zielsetzung. Ich weiss nach wie vor nicht wie ich das Krafttraining/Crossfit sinnvoll mit der Lauferei vereinigen soll ohne mich zu überfordern , keine Fortschritte zu machen oder ständig verletzt zu sein.

Vergangenen Sonntag bin ich den HH Marathon gelaufen. Komplett ohne Vorbereitung was leider mit meinen kaputten Schienenbeinen und der dazwischen gekommenen Grippe nicht möglich war. Ich wollte ihn aber unbedingt als Trainingslauf für den UTLW (ultratraillamerwinkel) am 30.Mai mitnehmen und ging an den Start. Gewundert hat es mich dann dass ich ihn nur 3 Minuten langsamer als Frankfurt gelaufen bin (3:53) obwohl mir die Tage vorher noch die Beine wehtaten und ich eher mit plus5 Stunden gerechnet habe. Der Marathon war okay, das Wetter zu schlecht und die letzten fünf km zuviel. Ich war total genervt und hätte meine Mitläufer am liebsten mit mit in mein Stimmungstief gezogen (“ Baoh jetzt reichts aber oder???“ ….“ Können wir jetzt mal ankommen….“…“ Maaaan das nervt hier und jetzt noch Steigung am Schluss ich glaub ich k***“) Ich habe mich aber zusammengerissen und versucht zu lächeln. Lächelnd ins Ziel wollte ich kommen und dabei die Arme in die Luft reissen und jubeln. So mein Plan nach Frankfurt. Der Zieleinlauf war aber derart unspektakulär (keine Musi…kein Gejohle…) dass mir ein Arme hochreissen völlig unangebracht und deplaziert erschien. Es hatte eher was von dem Gefühl wenn man am Flughafen sein Gepäck vom Rollband holt und endlich nach Hause kann.

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Marathon ist wohl nicht meins. Gespannter bin ich dagegen auf den UTLW. Ich bin sicher Ultratrails sind genau meins! Natur, auspowern, frische Luft, Trails, nicht so ein Zeitgejapse, mehr Verpflegung als schnöde Gels und bei manchen Wettkämpfen darf man sogar mit seinem Hund an den Start. Wenn DAS nix ist:)

So dieser Post war der Schweigensbrecher und ich hoffe ich hab genug Wumms wieder ein bisschen mehr zu schreiben. In diesem Sinne: Keep on running…morgen gehts mit Hund an die Elbe.

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3 Kommentare

  1. Achim Berger sagt

    Sehr interessanter Bericht. Ich habe für mich fest gestellt das der Körper sich auch an 200-250 KM im Monat gewöhnt ohne noch extrem mehr Kalorien zu verbrennen. Durch eine veränderte Ernährung habe ich in Kombination mit Sport einige Kilos geschafft. Irgendwann ging es dann auch nicht mehr weiter runter trotz über 600 KM bis Ende März.Aber das gute: Im April bin ich unter 100 KM gelaufen und trotzdem konnte ich mein Gewicht halten. Ich denke es liegt unter anderem an dem zuvor erarbeiteten Stoffwechsel und an Wildkräutern die mir scheinbar gut tun.
    Jetzt habe ich große Hoffnung das es wieder neuen Schwung gibt wenn ich den Umfang wieder erhöhe in Kombination mit etwas Krafttraining. Das Kalorien zählen habe ich wieder aufgegeben. Es hat funktioniert aber nur so lange Spaß gemacht bis ich in der Nähe vom angestrebtem Ziel war.

    Ich wünsche dir eine gutes Training bis zum 30.Mai und hoffe das du deine Leidenschaft dann gut ausleben kannst 🙂

    • vegansports sagt

      Huhu Achim… es gibt ja auch noch die Theorie, dass wenn man wirklich viel viel Sport treibt der Körper gestresst ist und Kcal einbehält. Da kann man dann offenbar sogar eher Gewicht verlieren wenn man weniger aktiv ist. MIr wurden entspannte Spaziergänge etc empfohlen und ein runterschrauben des Sportpensums. Wobei ich ja nicht primär Sport treibe um abzunehmen sondern weil es Spass macht und gerade mental einen Ausgleich zum Alltag darstellt. Mein Arzt (hatte ich das schon mal erwähnt?) hatte ja auch die Vermutung dass mein Darm einfach gesünder ist und das Essen besser verwertet ( ich hatte davor tatsächlich mit Probiotika eine 6wöchige Kur gemacht). Mh… wir müssen wohl weiterforschen und eine gute Balance finden. Letztlich geht es ums wohl…und gesund fühlen. Und die Richtung ist schon die richtige:)))

  2. Achim Berger sagt

    Dieser Theorie kann ich was abgewinnen.Mir geht es genauso. Ich mache Sport auch nicht nur zum abnehmen, dafür mache ich es schon zu lange regelmäßig.Aber ich mache es auch sehr um einfach fit zu bleiben für mich selbst und für meine Kinder.Das experimentieren und Erfahrungen sammeln macht sehr viel Spaß. Eigene Erkenntnisse sammeln und immer wieder umsetzen und sich nicht nur auf Erfahrungen anderer verlassen die eventuell auf einem anderem Level trainieren macht das ganze Training aus.
    Außerhalb des Laufen mache ich einfach zu wenig. Das führt auch irgendwann zu Muskel Verkürzungen u.s.w.
    Ich denke auch je mehr reine Nahrung mann zu sich nimmt desto besser wird die Verwertung der Nahrung und der Körper verschwendet nicht mehr so viel Energie für die Verwertung.
    Die Richtung ist auf jeden Fall richtig.Auf deinen Fotos kann man das sehr gut sehen 🙂 Kompliment !!

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